Fledermausfund im Winter

 

Winterschlaf

Fledermäuse verlangsamen im Winter ihren gesamten Stoffwechsel. Die Körpertemperatur wird von 40 Grad Celsius auf 0-10 Grad Celsius abgekühlt und sie ernähren sich von ihrem Körperfett. Bei zu starker Störung oder ungünstiger Umgebungstemperatur fährt die Fledermaus ihren gesamten Stoffwechsel hoch. Dies kostet viel Energie. Gerade im Winter müssen sie sparsam mit ihren Fettreserven umgehen, damit sie bis im Frühling durchhalten. Folglich ist es wichtig, Fledermäuse im Winter so wenig wie möglich zu stören. Nehmen Sie aufgefundene Fledermäuse nicht mit ins warme Haus!

 

       Foto: Grosse Hufeisennase (© C. Schönbächler)

 

Schlafende, versteckte Fledermäuse:
Fledermäuse, die sich beispielsweise zwischen dem Feuerholz oder in einem Fassaden-Spalt versteckt haben und schlafen, lassen Sie bitte in ihrem Winterquartier ungestört weiterschlafen. Falls die Fledermaus dort nicht bleiben kann, nehmen Sie sie behutsam mit dem Handschuh. Setzen Sie die Fledermaus an einen anderen, gleichwertigen (frostfrei, geschützt) Ort. Zum Beispiel in einen anderen Holzstapel, der in diesem Winter nicht benutzt wird.
Spezialfall: Gefällter Baum mit Fledermäusen

 

Geschwächte, nicht versteckte Fledermäuse:
Fledermäuse, die offensichtlich nicht versteckt sind (z.B. auf dem Boden liegend), sind meist geschwächt. Vermutlich versuchten sie aufgrund einer Störung oder ungünstigen Bedingungen das Winterquartier zu wechseln und sind jetzt geschwächt. Fassen Sie die Fledermaus nur mit einem Tuch oder Handschuh am Körper (nicht Flügel oder Beine) an, da eine verängstigte Fledermaus auch mal zubeisst. Legen Sie die Fledermaus mit dem Tuch zusammen vorsichtig in eine Kartonschachtel mit Luftlöchern. Die gut verschlossene Schachtel soll an einem kühlen (3 – 10 Grad Celsius), vor Haustier sicheren Ort gelagert werden.
Ist die Aussentemperatur in der Nacht über 7°C kann die Fledermaus während der Dämmerung freigelassen werden. Legen Sie die Fledermaus bei Einbruch der Dunkelheit mit der offenen Schachtel an einen geschützten, vor Katzen sicheren Ort (beispielsweise auf einen Fenstersims im ersten Stock). Ein raues Stück Holz, leicht schräg in die Schachtel gestellt, ermöglicht der Fledermaus den Ausstieg und Abflug.
Ist die Aussentemperatur in der Nacht unter 7°C nehmen Sie bitte Kontakt mit der Pflegestelle auf. Geschwächte Tiere werden aufgefüttert und allenfalls künstlich überwintert.

 

Stiftung Wildstation Landshut
Schloss Strasse 21
3427 Utzenstorf / BE
Telefon 032 665 38 93
Webseite
http://www.wildstation.ch/

 

Kontaktpersonen für die übrige Schweiz finden Sie unter www.fledermausschutz.ch

 

Foto: Grosse Hufeisennasen überwintern in einer Höhle (© C. Schönbächler)